VERANSTALTUNGSHINWEIS – Neujahrsempfang + Amerikanische Auktion 20. Januar 2019

Das Bild Friedliche Auseinandersetzung, 100 cm breit, 80 cm hoch, Acryl mixed media auf Leinwand, von Birgit Dierker kann am 20.01.2019 ersteigert werden

Der Norderstedter Ambulanter Hospizdienst OMEGA e.V., seit April 2018 gemeinnützig anerkannter und eingetragener Verein, geht sehr zuversichtlich in das neue Jahr. Die erst vor kurzem gegründete Kindertrauergruppe nimmt  ihre Arbeit auf, es gibt eine neue hauptamtliche Mitarbeiterin und die bekannte Hamburger Künstlerin Birgit Dierker unterstützt mit einer Ausstellung ausgesuchter Werke sowie einer Bildspende tatkräftig die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes.

Anlässe genug, das neue Jahr gebührend zu begrüßen und für

– Sonntag, den 20. Januar 2019
– von 10 Uhr bis 13 Uhr
– in der Segeberger Chaussee 43
– 22850 Norderstedt

zu einem Neujahrsempfang mit der Versteigung eines dieser Werke von Birgit Dierker, interessanten Gesprächen, (Live-) Musik und ein paar Snacks, einzuladen! Zur Versteigerung kommt das Gemälde Friedliche Auseinandersetzung (100 cm breit, 80 cm hoch, Acryl mixed media auf Leinwand). Vorstandsmitglied Hans-Dieter Neumann wird die amerikanische Versteigerung, eine besondere Auktionsform, leiten. Er schwärmt „Birgit Dierker spiegelt mit ihrem Werk visuell und ideell haargenau unsere Philosophie. Das Bild drückt mit dezenten Meerestönen und raffinierter Technik, die in mehreren Schichten gearbeitet ist, wunderbar die Verbindung der Welten aus, die harmonische und friedliche Auseinandersetzung mit dem Tod als Teil des Lebens. Es ist ein wunderschönes Bild mit tieferer Bedeutung. Wir sind sehr dankbar für diese großzügige Spende.“  Das Anfangsgebot liegt bei 320 Euro. Erhöht wird in 50 Euro Schritten. Der Erlös aus der Versteigerung kommt zu hundert Prozent der Arbeit des Vereins zugute.

42 ehrenamtliche Mitarbeiter und Backoffice-Verstärkung

Die ersten Monate nach der Umwandlung der Regionalgruppe von OMEGA – Mit dem Sterben leben e.V. in einen eigenständigen Verein waren anstrengend. Aber das engagierte Team um die Leiterin Sandra Heinicke hat  den Umzug in die neuen Büro-, Schulungs- und Kulturräume in der Segeberger Chaussee 43 gut bewältigt. Ab Januar verstärkt eine hauptamtliche Mitarbeiterin das Backoffice und mittlerweile 42 eigens für diese Arbeit ausgebildete Ehrenamtliche kümmern sich um die ambulante Betreuung von Sterbenden im Umkreis von Norderstedt. Bereits seit 1994 gibt es die Sterbebegleitung in Norderstedt. 2018 wurden von dort fast 60 Begleitungen junger und alter Menschen in ihrer letzten Lebensphase durchgeführt.

Liebevoll umsorgt zu Hause sterben

Die Begleitungszeiträume sind ganz unterschiedlich. Teilweise müssen die Betreuer schon nach kurzer Zeit ihre Dienste wieder einstellen, manchmal begleiten die ehrenamtlichen Helfer die Schwerstkranken über eine lange Zeit. Dabei ergänzen sie die Arbeit der ambulanten Pflege- und Palliativversorgung mit psychosozialer Arbeit. Sie spenden Trost für ihre Betreuten und die Angehörigen, sie hören zu, umsorgen mit liebevoller und aufmerksamer Gesellschaft. Sie entlasten die Angehörigen und organisieren Hilfe, die sie selber nicht leisten können oder dürfen. Die Trauergruppen finden in den freundlich eingerichteten Räumen des Norderstedter Hospizdienstes statt. Angehörige von Verstorbenen oder Schwerstkranken finden hier Halt und Hilfe, mit ihrem Schmerz umzugehen. Für die Kindertrauergruppe haben Sandra Heinicke und eine Mitarbeiterin nun ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, so dass die erste Gruppe voraussichtlich ab Februar 2019 startet.

Lobby für Schwerstkranke, sterbende und alte Menschen

Neben der Trauerarbeit und psychosozialen Betreuung ist es für das Team von Ambulanter Hospizdienst OMEGA e.V. ein wichtiges Anliegen, mehr Akzeptanz für den Tod als Teil des Lebens zu schaffen. „Wir wollen die Lobby für alte, kranke und sterbende Menschen sein und machen uns dafür stark, dass jede und jeder ein Recht auf Sterben in Würde, ohne Schmerzen und mit allem Respekt hat.“ erläutert Vorstandsmitglied Detlef Grumann den Anspruch des Vereins.

Finanziert durch öffentliche Gelder und Spenden

Der Einsatz der Norderstedter Sterbebegleitung ist für die Betreuten kostenfrei. Auch die Teilnahme an den Trauergruppen steht Angehörigen betreuter Personen ohne Kosten offen. Da der Verein nur zum Teil aus öffentlichen Geldern finanziert wird, benötigt der Ambulante Hospizdienst OMEGA e.V.  dringend Spenden- und weitere Fördergelder. Auch aus diesem Grund plant Sandra Heinicke mit ihrem Team zukünftig weitere Veranstaltungen „Wir möchten die nachbarschaftlichen Kontakte pflegen und über unsere Arbeit informieren, hoffen natürlich aber auch, auf diese Art Spendengelder zu generieren“.

Die Eintrittskarten für den Neujahrsempfang können für einen Kostenbeitrag von 11,50 Euro pro Person bei presse@aho-norderstedt.de, bestellt oder nach kurzer telefonischer Rücksprache im Büro von Ambulanter Hospizdienst OMEGA e.V. abgeholt werden.

Adressen und Ansprechpartner

Ambulanter Hospizdienst OMEGA e.V.
Hans-Dieter Neumann
vorstand@aho-norderstedt.de
www.aho-norderstedt.de
Segeberger Chaussee 43
22850 Norderstedt

Fragen zum Bild: Birgit Dierker 040 / 6092048
Atelier Werke und Werte
info@birgit-dierker.de
www.birgit-dierker.de
Eppendorfer Weg 125
20259 Hamburg

Autor: Daniela Maria Hübsch
Bild: Birgit Dierker

Die unfreiwillige freiwillige Einwilligung

Gutes Patientenmanagement wird nicht aus dem Handgelenk geschüttelt. Jede Menge medizinisch-therapeutische, rechtliche, betriebswirtschaftliche und soziale Anforderungen müssen unter einen Hut gebracht werden. Das erfordert in der Organisationsleitung Könner und in der Umsetzung Mitarbeiter mit Know How und Empathie.

Von dem Prozedere bei der Aufnahme zur stationären Krankenhausbehandlung hat wohl jeder schon einmal gehört, wenn nicht selber erlebt. Da ist einmal die ärztliche Aufklärung mit allerlei schriftlichen Fragen und mündlichen Erläuterungen. Es folgen der Behandlungsvertrag, die allgemeinen Geschäftsbedingungen, eine Hausordnung, diverse Erklärungen zu rechtlichen Haftungsfragen bei der geplanten Therapie, zum Datenschutz und zur Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht. Patienten werden in Haus nicht selten von einer Stelle zur nächsten geschickt, bis der Behandlungsvertrag endlich zustande kommt. Dabei fällt immer wieder auf, dass sich oft nur Ärzte die Zeit nehmen, um ihren Patienten die geplanten Maßnahmen, mögliche Folgen und weitere Empfehlungen genau zu erklären, bevor die erforderliche Unterschrift erfolgt.

Verwaltung und Organisation verbesserungswürdig

Eigentlich selbstverständlich, oder? Immerhin vertraut jeder, der als Patient in ein Krankenhaus geht, dessen medizinischem und administrativem Personal sein Leben an. Dennoch: Die Administrative, im Frontoffice oft von den sogenannten Patientenmanagern und -managerinnen vertreten, könnte sich ein Beispiel an den Ärzten nehmen. Denn anstatt sich mit dem Patienten hinzusetzen und das Dokumentenwesen durchzugehen, werden dem Patienten der Behandlungsvertrag mitsamt einem Anlagenkonvolut von bis zu 30 einzelnen, teilweise sehr eng bedruckten DIN A 4 Seiten in die Hand gedrückt. Zur Vereinfachung sind die Unterlagen schon mit Kreuzchen an den Stellen für Unterschriften und Wahlmöglichkeiten versehen. Gibt es nicht? Doch! Habe es selber erlebt und aus zweiter Hand mehr als einmal erfahren. Das sind keine Einzelfälle!

Intransparentes Vorgehen

Es ist ja auch nicht immer einfach, dem rechtsunkundigen Gegenüber diesen ganzen Kleinkram zu erläutern. Aber dieser Schwierigkeit mit der rechtlich höchst zweifelhaften Methodik zu begegnen, nämlich vorher schon alles auszufüllen, was eigentlich der Patient tun müsste, ist keine angemessene Lösung für Kommunikation auf Augenhöhe! Jenen womöglich dann auch noch unter Zeitdruck zu setzen oder ihn gar ins Wartezimmer zurückzuschicken, wenn er alles im Einzelnen durchgehen möchte, kann auch mit keinem noch so freundlich verpackten „Sie können sich das gerne draußen in Ruhe durchlesen“  vermittelnd wirken.

Vertrauen fängt beim Empfang an

Wenn Fragen sind, müssen die beantwortet werden! Wenn der Patient nicht versteht, ob es für ihn besser ist, sein Kreuzchen zu Datenschutzfragen beim ja oder beim nein zu setzen, müssen ihm die jeweiligen Folgen erläutert werden…und zwar ohne eine Leistungsverweigerung zu formulieren! Es darf auch auf keinen Fall eine Unterschrift gefordert werden dafür, dass Erklärungen freiwillig abgegeben werden, wenn alle Kreuzchen  schon vorher auf ja standen. Das ist schlichtweg unzulässig!

Es geht auch anders. Daher mein Rat an Patienten: Seien Sie kritisch und lassen sich den Behandlungsvertrag nebst Anlagen in verständlichem Deutsch erläutern! Sie dürfen fragen! Sie haben Rechte und dürfen auch nein sagen, wenn es beispielsweise um die Weitergabe Ihrer Daten geht.

Mein Rat an das Patientenmanagement: Wenn es Ihnen aus Kosten- oder Zeitgründen nicht möglich ist, jedem aufzunehmenden Patienten alle Vertragsbestandteile im Detail zu erklären, sollte Sie andere Wege suchen. Sie könnten ja die erforderlichen Unterlagen vorab per Post schicken und die einzelnen Punkte schriftlich erläutern. Oder wie wäre es, wenn Sie an bestimmten Tagen in der Woche Patienten-Informationsrunden zu Vertragsangelegenheiten anberaumen? Laden Sie doch die angemeldeten Patienten zu einer Art Round Table ein, bei dem Sie die allgemeinen Punkte zum Vertrag und seinen Anlagen erklären, so dass nur noch individuelle Fragen im Einzelgespräch erläutert werden müssen.

Autor und Bild – Daniela Maria Hübsch

DSGVO – die Behörden prüfen

In den letzten Wochen hat es immer wieder Meldungen gegeben, dass die Datenschutzaufsichtsbehörden der Bundesländer ihren Kontrollaufgaben nicht gewachsen sind. Fakt ist, dass schon zu Zeiten des BDSG-aF kontrolliert wurde. Und nachdem sich inzwischen die erste Aufregung um die DSGVO seit ihrem Inkrafttreten am 25. Mai gelegt hat, ist mit Prüfungen durch die Behörden zu rechnen.

Die Dokumentationspflichten nach DSGVO sind wesentlich umfassender als noch zu Zeiten des BDSG-aF. Auch die Bußgelder bei Verstößen gegen die DSGVO sind empfindlich. Daher sind Unternehmen gut beraten, fit für die DSGVO zu sein.

Niedersachsen prüft

So prüft die niedersächsische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Barbara Thiel seit Ende Juni 50 Unternehmen „Ich möchte mir zunächst einen Überblick darüber verschaffen, wie die Firmen die zweijährige Übergangszeit bis zur Geltung der DSGVO genutzt haben“ erläutert die Datenschutzbeauftragte und weiter – „Mein Hauptanliegen dabei ist es zu identifizieren, ob es bei den verantwortlichen Stellen noch Nachholbedarf gibt. Außerdem möchte ich mit dieser Prüfung das Bewusstsein für Datenschutz im Allgemeinen und die Vorschriften der DSGVO im Speziellen stärken. Es geht zum jetzigen Zeitpunkt also nicht vorrangig darum, möglichst viele Fehler zu finden und Bußgelder zu verhängen. Stattdessen möchten wir aufklären, sensibilisieren und wertvolle Hinweise geben. Trotzdem kann es natürlich zu einem entsprechenden Verfahren kommen, wenn wir während der Prüfung Verstöße gegen die DSGVO feststellen.“ Auf der Website der niedersächsischen Landesbeauftragten sind die weiteren Informationen nachzulesen und Downloads der Fragebögen.

Der bayerische Löwe ist unterwegs

Auch in Bayern schlafen die Behörden nicht. Zum Teil plant das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) sogar Kontroll-Besuche der zuvor schriftlich überprüften Unternehmen. Zwanzig Online-Shops wurden auf die Verwendung von veralteten eCommerce-Systemen überprüft. Auch Ärzte in Bayern dürfen mit Kontrollen des BayLDA  rechnen. Das große Thema bei den Medizinern sind Verschlüsselungstrojaner. Darüber hinaus stehen drei Großkonzerne auf der Liste. Sie haben erst einmal je 50 Fragen erhalten, ob in den Unternehmen eine datenschutzkonforme Verarbeitung personenbezogener Daten stattfindet und wie mit Betroffenenrechten umgegangen wird. Weiter prüft das BayLDA bei 15 zufällig ausgewählten Vereinen und Unternehmen, ob und wie die Informationspflichten in Bewerbungsverfahren eingehalten werden. Und schließlich werden kleine und mittlere Unternehmen überprüft, von denen etwa die Hälfte durch Beschwerden aufgefallen ist. Auch hier sind die detaillierten Information sowie Fragebögen auf der Website der Behörde hinterlegt.

Autor – Daniela Maria Hübsch
Bild –  Freistaat Bayern – Bayerisches Staatsministerium

100 Tage DSGVO

So schlimm war es doch gar nicht! Die nach Inkrafttreten der DSGVO in einigen Medien befürchteten Szenarien von Abmahnwellen oder massenweise Verhängungen von Bußgeldern durch die Behörden sind glücklicherweise ausgeblieben.

Aber es hat sich auch gezeigt, dass die Bürger ihre Rechte nach der DSGVO wahrnehmen! Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Andrea Voßhoff stellte 100 Tage nach Einführung der DSGVO eine signifikante Steigerung von Datenschutz-Eingänge fest: „So erreichten mein Haus seit dem 25. Mai bis Mitte August insgesamt 1.020 Beschwerden und 1.453 Allgemeine Anfragen. Auch die in meinen Zuständigkeitsbereich fallenden Institutionen nehmen ihre Pflichten ernst, meldeten im vorgenannten Zeitraum 4.254 potentielle Datenschutzverstöße und baten darüber hinaus um Beratung.“

DSGVO ist Betroffenenrecht

Die DSGVO will unter anderem die Betroffenenrechte von 500 Millionen EU-Bürgern nachhaltig stärken, denn persönliche Daten sind ein außerordentlich begehrtes Handelsgut. So stellt die DSGVO hohe Anforderungen an die Transparenz von Unternehmen und Behörden. Gleichzeitig haben diese umfangreiche Informations- und Benachrichtigungspflichten gegenüber den Betroffenen. Sinn und Zweck ist, dass Bürger leichter Konsequenzen und Reichweite der Datenverarbeitung absehen und ihre Rechte besser in Anspruch nehmen können.

Ruhe vor dem Sturm

Dass die Kontrolle und Durchsetzung der DSGVO für Unternehmen weiterhin so vor sich hinplätschert, ist unwahrscheinlich. Es hat ja auch vereinzelte Abmahnungen gegeben. Dabei wurden Entschädigungszahlungen bis zu 12.500 Euro für die Verletzung des Rechts auf Datenhoheit und einen Verstoß gegen die informelle Selbstbestimmung, fällig. Die Aufsichtsbehörden haben die ersten Anstürme nun langsam aber sicher abgearbeitet, neue Mitarbeiter eingestellt, soweit notwendig geschult und es ist davon auszugehen, dass die Kontrollen auf Einhaltung der DSGVO zunehmen.

Gutes Datenschutzmanagement ist auch Unternehmensschutz

Betriebe, die sich für die DSGVO rüsten, sichern sich wesentliche Vorteile, nicht nur den Aufsichtsbehörden gegenüber! Denn in Zukunft kommt kein Geschäftsmodell mehr ohne die automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten aus. Und genau hier liegt die Achillesferse: Ungenügend strukturierte und gesicherte Daten machen angreifbar und in vielerlei Hinsicht nachhaltig verwundbar. Jedes zweite Unternehmen in Deutschland war schon Opfer von digitaler Sabotage, Spionage oder Datenklau. Die betroffenen Unternehmen haben bei solchen GAU nicht nur finanziellen Schaden, sondern müssen sich in- und extern mit hohen Vertrauensverlusten auseinandersetzen.

Auch aus diesen Gründen macht die Implementierung zuverlässiger, sicherer und rechtskonformer Datenschutz-Management-Systeme Sinn.

Autor – Daniela Maria Hübsch
Bild – Thinkstock

Datenschutz als Chance

Seit 25. Mai 2018 muss die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) umgesetzt werden. In allen EU-Mitgliedsstaaten sollen „alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen“ (Art 4 Nr. 1 DSGVO), künftig einheitlich erfasst, verarbeitet, gespeichert, verwendet und gelöscht werden. Die Verordnung gilt für sämtliche Unternehmen, die in der EU tätig sind und Daten von EU-Bürgern verarbeiten.

Auf die meisten Unternehmen kommt jetzt erst einmal viel Arbeit zu. Prozesse, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, müssen durchleuchtet, dokumentiert, teilweise  angepasst oder gar vollkommen verändert werden. Daten wie Namen und Mailadressen von Kunden und Geschäftspartnern, Beschäftigtendaten, Gesundheits- und Zahlungsdaten, Konto- und Kreditkartennummern dürfen nur noch eindeutig zweckgebunden verwendet werden. Für jede Verwendung muss die Rechtmäßigkeit nachweisbar vor-liegen. Selbst eine IP-Adresse ist nun ein personenbezogen-es Datum. Es gibt feste Löschvorgaben,  umfassende Informationspflichten …und das ist lange noch nicht alles.

Hohe Geldbußen bei Verstößen

Wer das aussitzen möchte und auf eine baldige Änderung der Gesetzgebung hofft, wird womöglich schmerzhaft eines Besseren belehrt, denn Datenschutzverstöße sind nun richtig teuer. Aber nicht nur deswegen lohnt es sich, die neue Richtlinie im eigenen Unternehmen umzusetzen.

Vorteil Prozessoptimierung

Der ganze Aufwand hat nämlich durchaus Vorteile. Wer seine Daten zentralisiert, kann sie besser  handhaben und Analysen leichter automatisieren. Er kann pseudonymisierte Daten künftig zum Beispiel für Tests verwerten und an Dritte weitergeben – also auch für Zwecke, denen der Kunde ursprünglich nicht zugestimmt hat. Er ist auch in der Lage, Betrugsmuster schneller zu erkennen und prompt auf Kundenanfragen zu reagieren. Weniger Daten verringern Speicherplatz – damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Cyberattacke zu werden.

Compliance als Kundenbindungsmaßnahme

Last but not least schafft effektiver Datenschutz Vertrauen.  Mitarbeiter Kunden und Lieferanten rechnen es einem Unter-nehmen hoch an, wenn es verantwortungsvoll mit persönlich-en Informationen umgeht. Wer seinen Kunden die Kontrolle über ihre Daten zurückgibt und das Recht ermöglicht, auch wieder vergessen zu werden, kann sich damit einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil schaffen.

Autor: Daniela Maria Hübsch
Bild: Daniela Maria Hübsch

Datenschutz in der Arztpraxis fängt beim Empfang an

Besonders in kleineren Arztpraxen ist es manchmal schwierig, den Empfangs-, Warte-, und Behandlungsbereich räumlich so voneinander zu trennen, dass die notwendige Diskretion jederzeit gewahrt ist. Und selbst dort, wo eigentlich ausreichend Platz ist, beweisen Praxis-Interieur-Designer nicht immer viel Sensibilität für die Bedürfnisse der Patienten.

Hoher Bedarf an Datenschutz

Dass Patienten die Verletzung ihrer Privatsphäre überhaupt nicht locker sehen, beweist jedoch eine bereits 2002 durchgeführte Befragung des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein. Danach gaben schon vor mehr als zehn Jahren 95 Prozent der Patienten an, dass Diskretion, Wahrung des Patientengeheimnisses und Datenschutz sehr wichtig für sie sind. 89 Prozent vertraten sogar den Standpunkt, sich von einem Arzt, der diese Selbstverständlichkeiten übersieht, nicht behandeln lassen zu wollen.

Angesichts von bis heute immer wieder durch die Medien gemeldete Datenschutz-Skandale in allen Bereichen des täglichen Lebens, ist diese Sensibilität nach wie vor ein Kernthema, – einmal abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften.

Herzlich willkommen aber diskret bleiben

Datenschützer empfehlen bei der Praxiseinrichtung besondere Aufmerksamkeit in den Bereichen Empfang, Wartezimmer und Behandlungszimmer. Wenn keine Diskretionszone eingerichtet ist, sollten organisatorische Maßnahmen sicherstellen, dass Patienten ihre Anliegen ohne neugierige Mithörer schildern können. Auch Fragen nach persönlichen Daten dürfen Andere nicht mitgehören können. Bei Telefonaten ist wichtig, dass unbefugten Dritten keine persönlichen Daten zu Ohren kommen. Faxgeräte, Monitore, Patientenakten und Karteikarten müssen grundsätzlich vor fremden Blicken geschützt sein.

Mithörer oder -leser vermeiden

Der Patient kann den Anamnesebogen ausfüllen, aber er muss nicht. Gespräche zwischen Patienten und Therapeut gehören hinter verschlossene Türen. Therapien und Verordnungen sind nur für den Patienten wichtig und gegebenenfalls für den Praxismitarbeiter, der die Rezeptausstellung vorbereitet, nicht jedoch für unbefugte Dritte.

Autor: Daniela Maria Hübsch
Bild: Adobe Stock